Keine Spur von Nervosität. Für die drei jungen Erfinder des Ventilatoren- und Lufttechnik-Herstellers ebm‑papst in Mulfingen (Hohenlohekreis) wird die letzte Runde eingeläutet. Nachdem sie mit ihrem Besenreiniger sowohl aus dem Regionalwettbewerb als auch aus dem Landeswettbewerb siegreich hervorgegangen sind, geht es nun zum Bundeswettbewerb Jugend forscht, der am Donnerstag, 18. Mai, in Bremen stattfindet.

Der angehende Industriemechaniker Lukas Zeihsel (21) und seine 20 Jahre alten Kollegen Marvin Schmauder und Jacob Herdtweck, die bei dem Weltmarktführer eine Ausbildung zum Mechatroniker machen, gehen mit einer nach jedem Wettbewerb optimierten Version des von ihnen entwickelten Geräts ins Rennen. Broom Cleaner 500 RQC+ haben sie ihre Erfindung getauft. Die Zahl gibt die Breite des Besenreinigers an. Das Kürzel steht für den schnell wechselbaren Metallrechen im Inneren. Und das Pluszeichen zeigt, dass eine Absaugvorrichtung vorhanden ist.

Der Anstoß für die Entwicklung war ein Ärgernis: die durch Metallspäne ständig verschmutzten Besen in der Technischen Lehrwerksatt. Diese erfüllen ihren Zweck nicht mehr, verteilen den Schmutz anstatt ihn zu beseitigen und zerkratzen dazu noch die Böden. Eine Möglichkeit wäre dann, den Besen einfach wegzuschmeißen, die andere, ihn mühsam mit der Hand zu reinigen und dabei die Gefahr einzugehen, sich an den scharfkantigen Metallspänen zu verletzen.

Das Lehrlingstrio begann auf Anregung ihres Ausbilders Ende vergangenen Jahres auf Abhilfe zu sinnen. Ideen wurden gesammelt, ein Prototyp aus Holz gebaut. Als klar war, dass die Erfindung funktioniert, wurde zügig eine wettbewerbstaugliche Version erstellt. Der Besen wird in das Gerät gesteckt, über ein Fußpedal wird ein Metallrechen im Inneren in Gang gesetzt, der die Bürste des Besens durchkämmt. Über einen Auffangbehälter werden die Metallspäne entsorgt. Bei einem Einsatz auf Baustellen, kann der anfallende Staub abgesaugt werden.

Mit dem Erfolg hatten die Azubis nicht gerechnet. Sie wissen, dass sie durch die Unterstützung des Unternehmens bestens aufgestellt sind. Für das Projekt wurden sie nicht nur freigestellt, sondern auch mit Material und finanziellen Mitteln ausgestattet. „Wir haben dadurch die Möglichkeit, alles ordentlich zu machen“, sagen sie nicht ohne Stolz. Sie fühlen sich auch als Botschafter ihres Unternehmens, die mit ihrer Erfindung die Innovationskraft des Technologieführers repräsentieren. „Damit können wir auch etwas für das Image von ebm‑papst tun“, sind sie überzeugt.

Wie es weiter gehen könnte, ob das Produkt zur Serienreife kommen kann, darüber zerbrechen sich die Nachwuchskräfte noch nicht den Kopf. Zumindest aus dem eigenen Unternehmen wurde schon von mehreren Seiten Interesse an einem Gerät signalisiert. Die Kosten für die Herstellung schätzen sie auf 1000 Euro. Diese würden bei einer Serienproduktion sicher um die Hälfte sinken, meinen sie. 

Lukas Zeihsel (21) und seine 20 Jahre alten Kollegen Marvin Schmauder und Jacob Herdtweck (von rechts) beim letzten Test vor dem Wettbewerb

Contact


Downloads